26.06. : me > germany *freudentränen*

Jaaaaajaaaaa, jaaaaaaaaaa…. rumhüpf, lach, freu, strahl
nein, ich hab keine drogen genommen :P
Ich habe nur soeben meine Flüge für Ende Juni/Anfang Juli gebucht.

ICH KOMME NACH HAUSE! ICH KOMME NACH DEUTSCHLAND!

Dublin >>> Berlin/Schönefeld
Donnerstag, 26.06.2008
Landung: 09.10 Uhr

Berlin/Schönefeld >>> Dublin
Mittwoch, 02.07.2008
Start: 15.20 Uhr

So, und nun dürft ihr euch streiten, wer mich in Berlin abholt :D
(ich habe aber auch kein Problem damit, Zug zu fahren oder ähnliches)

Im Übrigen war heute wunderschönes Wetter! (bin etwas rumspaziert, auch mal an den andern Strand von Rush, der hat mir aber nich so gefallen)

gestern ging das Wetter einigermaßen, war nicht zu kalt, aber sehr windig unten am strand, war aber wieder 2 Stunden dort, diesmal MIT MUSIK (hatte mir Annes Discman ausgeliehen) - und ich liiiiieeebe das Meer *schwärm*

:’(

Ich will nach Hause. Jetzt. Sofort.

Miss you sooooo much, can’t wait to see you :’(

You know I’m not unhappy here…. but…..

ach mensch…. dass meine Eltern hier waren, war wunderbar…. aber seit Mittwoch bin ich nun so traurig und melancholisch….. und dann habe ich gestern noch einen Brief von Muesch bekommen….. mit Musik……. nicht, dass ich mich nicht gefreut hätte…… aber spätestens ab den folgenden Zeilen aus dem Lied “Ohne uns” von Neuser, konnte ich einfach nur noch heulen :’(

“…vielleicht geht’s dir dort, wo du bist,
nicht besser und du kommst zurück.”

“Fühlst du dich ohne uns auch so allein?”

“Gestern war und heute ist
alles scheiße seit du weg bist,
morgen wird’s nicht besser sein,
ich denk an dich und fühl mich nicht allein.”

I’m so tired and so upset. Like you all sooo much, need you…… 

Mittwoch - Abschied Eltern; Barfuß laufen

Neigung

Und nun?
Ihr dreht euch um,
sehe euch schwinden,
werdet zu Schatten
hinter Glas,
ihr geht,
ich bleibe
ungebeugt
aber verzerrt,
mit Zuneigung -

zum Ende.

 

- Verabschiedung von Anne
- Tanken
- Auto abgegeben
- Gepäck weggeschafft
- Postkarten gekauft
- Kaffee/Heiße Schokolade getrunken
- Eltern zur Kontrolle begleitet
- Verabschiedung
(heul, heul, heul, heul, heul …..)
- vor der großen Anzeigetafel gesessen und geguckt, ob alles nach Plan läuft
- kurz vor halb 12 nach draußen gegangen und in Richtung Busstop gelaufen (der ein Stück vom Flughafen wegliegt)
- dabei Flugzeug abheben gesehen (ich denke zumindest, dass es das war (hatte ein Kleeblatt drauf und flog 1 Minute nach halb 12 los)
- auf Bus gewartet
- erstmal einen bis nach Swords genommen (meiner hätte noch über ne Stunde gebraucht und dort war nix zum Sitzen)
- in Swords an der Bushaltestelle gesessen und Postkarte geschrieben
- Bus nach Rush
- eher ausgestiegen, weil ich zum Postoffice wollte, um Postkarten reinzustecken
- halb 2 im Postoffice, was noch bis viertel 3 zu gewesen ist
- in Richtung home gelaufen
- Abstecher an Strand gemacht
- endlich BARFUSS Sand gespürt (und später Asphalt und Gras)
- zuhause: gegessen, Gedichte geschrieben, Blogeinträge

Dienstag - Dublin (Arbeit), Pubcrawl, Annes Birthday

Dienstag hatte ich ja nicht frei genommen, damit ich meinen Eltern meinen Arbeitsweg zeigen kann. Sie wurden bei meinem schnellen Laufen auch nicht überfahren (ist ja schwierig, wenn man sich noch nicht mit den Ampeln auskennt). Auf Arbeit hab ich ihnen noch schnell was ausgedruckt und dann sind sie los. Sie wollten zum Touristenoffice um dann die Hop on Hop off Tour zu starten. Ich hab davon nix mitgekriegt, um 12 habe ich mir dann aber schon Gedanken gemacht, über Inet schnell eine SMS geschrieben, dass sie anklingeln sollen, wenn alles ok ist… was sie zum Glück taten…. Wenn sie sich verirrt hätten und vielleicht nicht richtig nachm Weg fragen hätten können….. Man weiß ja nicht, wenn sie die Sprache nicht beherrschen und so… da macht man sich als Tochter eben Gedanken :P

In der Mittagspause waren Jana und ich im Key-Garden, war ja schönes Wetter. “Schlüsselgarten” deshalb, weil man da nur reinkommt, wenn man den Schlüssel hat. Und die AHK hat einen, hehe :)

Ach und Holger hatte Dienstag Geburtstag, ihm habe ich natürlich gratuliert und auf seinem Schreibtisch auch ein kleines Präsent platziert, was er wahrscheinlich erst morgen sehen wird. Ihm gehts übrigens wieder gut, er ist wieder gesund.

Nach Arbeit bin ich dann zum Touristenoffice, um schnell noch die Buchung für den Musical Pub Crawl zu machen für den Abend, weil ich mir unsicher war. Dann kam Mama auch ins Office rein, weil sie noch schnell gucken wollte nach was, wir haben noch einen zweiten Adapter gekauft und dann sind wir zu Beshoff’s. Meine Eltern wollten ja mal traditionelle Fish+Chips essen, was wir dort auch getan haben.

Dann sind wir in den Bereich Tempe Bar gelaufen, weil dort der Musical Pub Crawl starten sollte. Das ist eine Führung durch mehrere Pubs von Dublin, wobei Instrumente gespielt werden und gesungen wird, und zwar irische Musik und nebenbei erfährt man noch was über die Geschichte der Musik dort. Ich habe immer Stichpunkte gemacht, damit ich meinen Eltern das dann übersetzen konnte. Ihnen hat es auch viel Spaß gemacht, auch wenn sie es schade fanden, dass sie eben nicht so viel selbst verstehen.

Dann sind wir wieder zurück nach Rush gefahren (waren so gegen viertel 12 da). Anne war auch da, Eltern haben dann gepackt, ich hab ihr bissl mit dem PC geholfen und dann habe ich viertel 1 gemerkt: waaa es is schon nach mitternacht! Annes Geburtstag!!!! Eltern kamen dann mit dem Geschenk runter und wie haben Happy Birthday gesungen. Das Geschenk war ein Räuchermännchen, original Erzgebirge mit Räucherkerzen :) hehe… (ist ein Schäfer mit Schaf - wegen irischen Schafen ;-) ).

Sie hat sich seeeehr seeeehr gefreut.

Montag - Newgrange, Einkauf, Castle

Ich werde die drei Tage doch mal teilen, weil es sonst einfach zu viel würde. Leider kann ich heut auch nicht so viel schreiben, einmal aus Zeitgründen, zweitens weil ich nicht so in der Stimmung bin, hänge meinen eigenen Gedanken nach, yes indeed I am upset……

Montag sind wir nach Newgrange gefahren, das ist ein Ganggrab von der neolithischen Kultur hier in Irland; Newgrange ist 500 Jahre vor den Pyramiden in Gizeh entstanden und 1000 Jahre vor Stonehenge. Die Steine wurden aus entfernten Gebieten herangeschleppt (die großen 25km entfernt, die grauen runden Dinger 50 km, und die kleinen weißen aus den Wicklows, rund 70 km Luftlinie). Ich habe für meine Eltern übersetzt, obwohl sie teilweise auch was verstanden haben :)

Dann wollten wir noch für die kleinen Törtchen Erdbeeren holen und weil wir einmal bei Lidl waren, hat Mama gleich gesagt, ich könne ja das einpacken, was ich noch so brauche, weil wir ja mit dem Auto da sind und ich es somit nicht schleppen muss. Das Ergebnis seht ihr ja… und Annes Kühlschrank und Küche ist jetzt sooooo voll…. ^^

Dann sind wir noch nach Balbriggan gefahren zum Ardgillan Castle. Das ist wunderschön dort, die haben tolle Picknick-Wiesen, eine sogar richtig mit Blick auf Meer. Da werd ich sicherlich nochmal hinfahren und nen Tag dort verbringen (Picknick, lesen, sonnen, relaxen, …)

Eltern, Wicklow Mountains und SCHAAAAAFEEEE!

wow, krass… meine Eltern sind hier! HIER, in Irland…. das ist so unrealistisch, obwohl sie neben mir sitzen, es ist unwirklich, das kann man gar nicht so richtig glauben.

Gestern Begrüßung am Flughafen; Freude *hüpf hüpf*

Und dann haben wir den Schlüssel für unseren Leihwagen geholt, sind ein Stück gelaufen, dorthin, wo die Leihwagen stehen, und dann erstmal Schock: ein Riesending O.O Obwohl wir mit einem kleinen Auto gerechnet haben. Ist ein Volvo… 
Wir sind extra nochmal zurück, weil Papa das schon etwas zu groß fand und wollten tauschen, aber die haben keine kleinen Autos zur Verfügung, weil Bank Holiday morgen ist und an solchen Wochenenden immer ein Mangel an Leihwagen herrscht. So haben wir noch eine kleine Zusatzversicherung abgeschlossen, mit der wir im Unfall-Fall nix bezahlen. Puh.

Anne ist uns dann voraus gefahren und wir immer hinter her, damit wir durch die ganzen Kreisverkehre kommen und alles. Es lief ganz gut, nur manchmal ist er zu weit links gefahren.

Anne ist dann auf eine Party gefahren und wir haben gekocht, Spaghetti Bolognese und meine Eltern haben die ganzen Mitbringsel ausgepackt *hihi* :) Nach dem Essen hab ich ihnen noch kurz “meinen Strand” gezeigt und dann sind wir schon ins Bett. Wir hatten uns dann noch entschieden, heute nicht das anstrengende Programm zu machen, sondern in die Wicklow Mountains zu fahren.

Heute morgen sind wir in Ruhe aufgestanden und haben erstmal gefrühstückt. Mit der aktuellen “Freie Presse”  *lach* Das normalste Frühstück der Welt ^^
Und wir haben uns dann Schnitten geschmiert (meine Eltern hatten FRISCHES Schwarzbrot gestern morgen noch beim Bäcker gekauft!) und ich hab das Rämpftel gleich morgens bekommen…. ooorrr… geil… ä traum…. 

Dann haben wir noch mit dem Navigationsgerät rumhantiert und dann sind wir schon losgefahren in Richtung Süden. Mit dem Fahren hat tagsüber übrigens alles wunderbar geklappt, nur kleine Sachen, die aber nicht der Rede wert sind. Papa hat uns überall gut hingebracht.

Wir sind nach Glendalough gefahren. Und wo wir schon fast da waren… ihr werdet es nicht glauben: SCHAAAAAFEEEEE!!!!! Nach 4 Wochen in Irland meine ersten SCHAAAAAFEEEEEEE :D


Glendalough ist ein kleiner Ort mitten in den Wicklow Mountains, wo auch der 132km lange Marsch durch die Wicklows beginnt. Den sind wir natürlich nicht gelaufen. Glendalough ist irisch und heißt “Tal der zwei Seen”. Es gibt einen kleineren See, um den wir drum herum gelaufen sind und dort auch unsere erste Pause gemacht haben (immerhin war schon Mittagszeit). Auf der Wiese unterhalb von uns stand die ganze Zeit ein junger Rehbock. Der hat auch gefuttert. Vorher sind wir noch meinem ganz hohen Chef und dessen Frau + Tochter übern Weg gelaufen… Die Welt ist echt klein. Sprach mich auf einmal jemand an mit “Hallo junge Frau”:… Ich war total perplex.
Dann haben wir uns da noch ein paar Ruinen angeschaut. Nachdem wir um den unteren See drum rum gelaufen waren, waren wir am am Ufer des oberen Sees und sind dann noch zu einem kleinen Wasserfall gelaufen. Und wir haben noch ein Eis gegessen und Kaffee/Capuccino/Heiße Schokolade getrunken.

Der irische Brocken:

Übrigens war es den ganzen Tag über wundervoll warm, obwohl wir heut morgen dicke Wolkendecke und viel Regen hatten. Aber die Sonne kam raus, es war echt richtig beautiful, great, fantastic!

Dann sind wir eine andere Route zurückgefahren, als gekommen. (Papas Navi funktioniert ja hier auch :) )
Tja. Ihr werdet es nicht glauben. Aber offenbar wurde das Beamen mittlerweile ermöglicht, wir haben nämlich einen kleinen Abstecher in eine sehr berühmte Filmstadt gemacht:

Dann ging es wieder nach Rush, kurzer Zwischenstopp und dann nach Skerries. Anne hatte uns ein Restaurant empfohlen, die Blue Bar, mit Blick auf den Hafen. Als wir dort aber ankamen, waren wir erstmal geschockt von den Menschenmassen, haben sowieso keinen Parkplatz gefunden, sind weiter gefahren (MEHR MEER) und dort gab es zwei kostenlose Car Parks. Angehalten. Zur Bar. Dort meinte der freundliche junge Mann, wir müssten eine halbe Stunde warten, worauf wir einwilligten und uns erstmal was zu trinken holten (Mama + Ich Cider und Papa ein halbes Pint Guiness). Wir warteten dann draußen, wo sowieso viele auf der Straße standen und tranken. Es war ja wunderbar warm. Ging dann doch schneller mit dem Tisch als erwartet und dann haben wir Essen bestellt. Mama: Garnelen mit Brot; Papa: Louisiana Burger mit Pommes; ich: Chicken Wings und Pommes. Und es war ganz schön scharf. Und Mama wollte noch Brot haben und ich hab aus Versehen Knoblauchbrot bestellt, weil ich einfach was gefaselt hab, ohne wirklich zu überlegen. So n Mist.

Wir waren dann aber alle ganz schön voll und als wir raus kamen, bekamen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen. Und dann sind wir nach Rush zurück.


Anne hat auch vorhin gerade angerufen, dass sie nicht nach Hause kommt heute und bei ihrer Tochter bleibt. Und wir planen gerade unsere Route für morgen.

Pfirsisch-Sahne

Einsam radle ich dahin,
Wärme auf dem Rücken,
Kälte von vorn,
Wind und noch mehr Wind,
trotze ihm Zentimeter
um Zentimeter ab;

Zuhaus, Türe auf.
Da.

Schaue zu,
wie Dampf aufsteigt
aus dem Kocher
- Vorfreude -
Fülle heißes Wasser
in die Tasse;

Ergebnis: Pfirsisch-Sahne-Tee.

Scheiß Tag

… der damit anfing, dass ich verschlafen hab. Erste eine Stunde später als normal aufgestanden. Zum Glück hat meine Gastmum mich zur Zugstation gefahren. Habe sogar noch meinen Zug erwischt. Komischerweise war in dem Zug keine einzige Menschenseele, erst als wir einstiegen und er blieb auch so leer. Sehr sehr mysteriös.

Dann ist Holger krank geworden, Entzündung im Ohr, wenn es morgen früh nicht besser ist, muss er sogar ins Krankenhaus.

Meine Motivation war heut am Tiefstpunkt.

Und zu guter Letzt ist meine Wasserflasche im Laptop-Rucksack ausgelaufen. Die ist jetzt schon ne weile putt, der deckel ist nicht mehr fest dran, sondern nur noch draufgestöpselt. Wenn man da zu sehr rankommt, fällt er einfach ab… Und ich habe heut im zug aufgrund der Enge meinen Rucksack oben auf die Ablage gelegt. Dabei is der Deckel wahrscheinlich abgegangen und da der Rucksack auch noch quer lag, ist alles rausgelaufen. Kam sogar von der Ablage runtergetropft, das Wasser. Dem Laptop ist nix weiter passiert, dafür der Ulysses (Buch), die ich mir doch ausgeliehen habe :(

So n scheiß Tag

James und Anja - Der Lovestory zweiter Teil??

Eigentlich war mir dieses Wochenende ja gar nicht danach auszugehen. Ich wollte zuhause bleiben, Klamotten machen, Internetsurfen, Relaxen. Einfach mal nichts tun. Und dann steh ich heute morgen auf und es ist sooooo beautiful gewesen, die Sonne am blauen Himmel, und ja tatsächlich konnte man mit Tshirt rausgehen (in die Sonne und wenn grad kein Wind kam - aber immerhin!)

Da ich mir ja letzten Sonntag die Ulysses von James Joyce ausgeliehen habe und mein Reiseführer mir empfohlen hat, das erste Kapitel in einem speziellen Turm zu lesen, wo dieses erste Kapitel spielt, hatte ich genau mit diesem Gedanken bereits gespielt - die Ulysses so lange liegen zu lassen, bis ich zu diesem Tower komme. Und da das Wetter heut so schön war… nunja. Also auf mit dem Fahrrad zur Bahnstation, rein nach Dublin und auf der anderen Seite wieder raus ^^

Ziel: Sandycove, James Joyce Tower

Es ist ein so genannter Martello-Tower, deren es 12 Stück gibt an dieser Seite der irischen Insel, weil die damals Angst vor den Franzosen hatten.

Schon allein der kurze Weg von der Train Station zum Tower: Wonderful, absolutely lovely!
Das Meer - ein Traum!

Und dann bin ich rein und habe mich genau in den Raum gesetzt, wo das erste Ulysses-Kapitel spielt und habe gelesen. Allerdings war es recht kalt in dem Raum, es gab keine Sitzgelegenheiten und in dem ersten Kapitel passiert auch nicht viel; das Kapitel hätte ich also auch getrost auf dem Dach lesen können, denn da war es wirklich toll; nach dem 1. Kapitel bin ich hoch und die Sonne hat geschienen und die Wände waren hoch genug, sodass der Wind gar nicht reinhuschen konnte. Es war soooo schön warm *schwärm*
Und dort habe ich eine Österreicherin getroffen, die ebenfalls gelesen hat - nicht die Ulysses, aber trotzdem sind wir ins Gespräch gekommen und saßen dort recht lang noch beisammen.

Ob James und ich tatsächlich richtig zueinander finden, weiß ich noch nicht. Seine Sprache ist auf jeden Fall um etliches komplizierter als erwartet. Aber nach dem ersten Kapitel will ich mir noch kein Urteil erlauben. Ich hoffe nur, dass ich diesen 900-Seiten-Walzer bis zum Bloomsday am 16.6. zu Ende habe - da wird nämlich die Hauptfigur des Buches gefeiert hier in Dublin. Die Handlung der Ulysses spielt in Dublin und zwar an einem 16. Juni. Joyce hatte das Datum gewählt, weil er an eben dem 16. Juni seine spätere Frau Nora das erste Mal getroffen hat. Romantisch ist der James ja, oder!? :-)

Nachdem Turmbesuch war mir trotzdem etwas kalt und ich bin in ein Gasthaus/Pub/Restaurant/Café - was weiß ich denn - und habe einen Tee getrunken. Ein besoffener Ire hat mir dann zwei Wangenküsse gegeben und daraufhin bin ich mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch gekommen, die sich erstmal für ihn entschuldigt haben und er sei harmlos und nur betrunken. Ich hab’s locker genommen und gelacht. Und dann habe ich ihnen von James und mir erzählt und sie sind ins THema eingestiegen und meinten, ich müsse unbedingt am 16.6. nach Sandycove kommen, weil hier die Hauptveranstaltung zum Bloomsday sei.

Nunja, ich bin dann zurück nach Dublin, war noch schnell bei Lidl einkaufen (leider keine Teebeutel bekommen für den loosen Tee von Mama *heul*) und dann nach Hause. Anfangs war das Fahrrad fahren sehr kalt, dann ging es aber und es war sogar richtig schön angenehm. Die Luft war auch fantastisch.

Hier ein paar Fotos von diesem wunderbaren Tag und Gute-Nacht-Grüße!

Irland – Drei Wochen

Nachtrag/Rückblick 3. Arbeitswoche

 

Mag sein, dass ich mich wiederhole. Mag sein, dass es jedem so ergeht, der flügge wird ….

 

Hier – immer noch behütet aber doch mit etlicher Selbstständigkeit versehen – merke ich, wer und was mir wichtig ist; ich spüre, wo meine Wurzeln sind, meine Heimat, wo ich hingehöre; ich entdecke Eigenschaften, Vorstellungen, Gebräuche in mir, die ich ganz genau meinem Elternhaus zuordnen kann, wenn nicht gar ganz Deutschland … ich erkenne, was mich geprägt hat; ich sehe klarer, wer ich bin…. dieser neuerliche Selbstfindungsprozess ist so enorm wichtig für mich; er ist geradezu essentiell….

Ich spüre zwar meine Zugehörigkeit, aber ich stelle auch fest, dass ich mich hier wohl fühle, dass ich mich in der Fremde zuhause fühlen kann; ja, es ist gar nicht fremd, es ist vertraut; Irland ist nicht komplett verschieden, natürlich….
Das Verhalten und Leben meiner Gast-Mum schon (mit einem Schmunzeln geschrieben).
Aber ich esse hier, was ich auch zu Hause esse, ich habe einen ähnlichen Tagesablauf, ich tue Dinge, die ich auch in Deutschland tat ….
Ja gut, die Fenster hier sind anders, die Türen, die Betten sind anders, die Preise sind höher, Low Fat kostet weniger als normale Produkte, Diesel mehr als Normalbenzin, ich kriege hier jeden Tag eine kostenlose Tageszeitung, die Züge und Autos fahren andersrum, die Busse sind merkwürdig und man muss ihnen wie einem Taxi zuwinken, Busfahrpläne gibt es keine richtigen, und wahrscheinlich noch einiges, was ich vergessen habe ….
Aber mit den Sachen lässt es sich leben; man gewöhnt sich an die meisten Sachen ….
An einige allerdings auch nicht ….
z.B. due Sache mit dem Türbriefschlitz. Die Post liegt quer auf dem Boden im Flur, egal wie der ist und das Öffnen der Tür gestaltet sich teilweise als unmöglich.

Und dann sind da noch die erwähnten „deutschen Eigenschaften“ oder auch einfach nur Eigenheiten, die ich hier an mir festgestellt habe:
- Ordnung (Der Besteckkasten hier war ein einziges Chaos; ich hab ihn sortiert, weil ich das brauche, diese Ordnung dort)
- Sauberkeit/Gründlichkeit (Meine Gast-Mum hat die Angewohnheit schmutziges Geschirr in eine große mit Wasser gefüllte Plastikschüssel mit Spülmittel zu legen, es lange drin zu lassen, rauszunehmen, mit Wasser abzuspülen, trocknen lassen, ab in den Schrank; kleinere Krümel oder sogar Schlieren bleiben unbeachtet; ih; ich wasche immer gründlich und wenn etwas noch nass ist nach dem Stehen lassen, dann trockne ich es auch ab; ich hasse es, schmutziges Geschirr aus dem Schrank zu nehmen, wenn ich es gerade benötige)
- Pünktlichkeit (auch wenn ich zwischenzeitlich eine etwas laschere Beziehung zur Zeit hatte, wird sie mir hier merklich wieder wichtiger; ich mag es einfach nicht, spät dran zu sein; blöd nur, wenn die irischen Verkehrsmittel keine Lust haben mitzuspielen, die Iren sehen das halt wirklich nicht so eng)
- Perfektionismus (Besonders auf Arbeit bemerkbar; er blüht hier merklich wieder auf; keine halben Sachen, wenn dann richtig, ordentlich und gründlich; mit manchen Zeitvorgaben leider unvereinbar und darum zermürbend)

- ??? (Wir bekommen auf Arbeit immer Milch geliefert, montags und mittwochs, soweit ich das weiß, jeweils vier Packungen; und da wird munter drauf los geöffnet, egal wie das Verbrauchsdatum aussieht und ungeachtet einer vielleicht schon offenen Packung; jedes Mal, wenn ich am Kühlschrank bin, sortiere ich die Milchpackungen so in den Kühlschrank, dass jeder es ganz leicht hat, die am ehesten zu verbrauchenden Packungen ZUERST zu öffnen und bitte angefange Behälter auch ZUERST zu verbrauchen *grrrr*)

(noch eine nicht typisch deutsche oder Elternhaus bedingte, sondern seelenbedingte Eigenschaft :)
- Liebe zum Meer/Wasser (eine Wiederentdeckung; teilweise ein Lebenselixier; mein 1. Gedicht in Irland drehte sich um das Meer; ich weiß nicht, wie ich nach September ohne Meer leben soll; …)

Schon wieder zu weit in die Zukunft denken; dabei erreichte mich unlängst eine Karte meiner Mama, mir doch bitte die Zeit zum Leben zu nehmen!Ich lebe! Das hier ist leben! So wie ich es tue! Der Beginn dieser Woche war ein Tal, der Donnerstag aber ein Gipfel – ich war ausgeschlafen, habe die Broschüre soweit fertiggestellt, die Sonne hat geschienen, es war warm und ich am Meer ….
Es war ein wundervoller Tag. Und Anne sagte sogar zu mir, meine Augenringe seien nicht so stark wie die Tage zuvor (das ist ihr aufgefallen!!!). Ich war richtig glücklich.
Das Tal hat nicht überhand genommen, und auch wenn die Arbeit mich auch in meiner Freizeit beschäftigt, übernimmt sie nicht das Kommando über sie.

Ich fühle mich als Mensch gut. Und auch wenn das große Heimweh bisher ausblieb, so denke ich jeden Tag an alle meine Liebsten, nicht zuletzt wegen meinem 3-Stufen-Altar mit Erinnerungsstücken; plus bestimmte Lieder, die ich mich an bestimmte Leute erinnern. Und wann immer ich zurzeit an meine Eltern denke – sei es während ich lese oder abwasche oder auch mitten im Berufsfußgängerverkehr morgens auf dem Weg zur Arbeit – muss ich lächeln, weil ich mich freue, dass sie herkommen. Sie haben mir Schritt für Schritt ihr Leben und das Leben allgemein gezeigt, jetzt zeige ich ihnen einen Teil von meinem.

 

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