The North I – Coast

Ab in Richtung Norden hieß es am Donnerstag (11.09.), zu meinem letzten Irlandtrip…. vorerst.

Bevor wir allerdings losfuhren, fing unser Ausflug erstmal gut an: Die Nachbarin, in Eile, fuhr rückwärts aus der Parklücke und krachte gegen die vordere linke Ecke von Annes Auto. Bild könnt ihr unten sehen. Wir mussten also schnell in die Werkstatt fahren. Der Typ drückte das erstmal wieder rein und versicherte uns, dass wir damit übers Wochenende erstmal zurechtkommen. Trotzdem kostete uns die ganze Geschichte 20 Minuten, da wir vorher noch mit den Nachbarn sprachen und auch mit der dann zurückkehrenden Verursacherin…… *seufz*

Gemeinsam mit meiner Gastmum Anne im Auto ging es nach dem ganzen Trouble zuerst auf der Autobahn in Richtung Norden, zwischendurch ein klein wenig Regen, ansonsten recht trocken. Nach Belfast beginnt dann die Causeway Coastal Route, die – wie der Name bereits sagt – an der Küste entlang zum Giant’s Causeway führt. Es war wunderschönes Wetter, wunderschöne Ausblicke… Die Küstenroute ist ein Muss, egal ob zum oder vom Causeway weg, es ist wunderschön!!! Kurz hinter Carrickfergus sind wir dann in Richtung Islandmagee gefahren und dachten, man käme da auch wieder auf die normale Route zurück – bis ich in die Karte schaute und erkannte, dass wir auf einer kleinen Halbinsel gelandet waren. Obwohl nicht wirklich Zeit hatten, war dieser kleine Abstecher jede Minute wert!!!! Der Blick auf die Küste, der Geruch des Meeres und auf dem Rückweg der Blick auf das Wasser zwischen Festland und Halbinsel…

Je weiter wir nach Norden fuhren, desto bewölkter wurde es, doch es war noch trocken und sah auch kein bisschen nach Regen aus. Wir sprachen immer wieder darüber, welches Glück wir hatten. Doch als wir endlich die erste Station hoch im Norden erreicht hatten…..

Carrick-a-Rede: Eine Hängebrücke, wacklig, schmal, vom Festland über das Meer zu einer Insel….. Anne sagte mir von vornherein, dass sie nicht mitgeht, doch sie wollte mich zumindest bis an den Brückenanfang begleiten. Als wir aus dem Auto raus waren und ich bereits bezahlt hatte für die Brücke und wir auf dem Weg dahin waren, blickten wir aus Meer hinaus….. Und… Was wir sahen, war eine weiße Wand von links und Regen von vorn……. Nur eine Frage von Sekunden bis uns beides erreichen würde… Und tatsächlich, noch bevor wir die Brücke annähernd erreicht hatten, fing es an zu regnen…. ich hatte keine wasserdichte Jacke mit, nur meinen warmen Aran Sweater und den Schirm….. Anne ging auf einen Hügel, um mich zu beobachten, wie ich über die Brücke laufe… ich machte mich auf….. Schirm in der linken Hand, Kamera in der rechten…….. (Keine Sorge, Papa, der Kamera ist nichts passiert!)…. Nichtsahnend stieg ich langsam die Metallstufen nach unten und trat auf die Brücke…. und… die wackelt ganz schön!!!! Besonders bei Wind und Regen und ich hatte keine Hand frei! Also bewegte ich mich so schnell wie möglich nach drüben. Ich wollte erstmal nur festen Boden erreichen, nahm mir aber für den Rückweg vor die Kamera wegzupacken und den Schirm zu schließen, um ihn ums Handgelenk zu winden, damit ich beide Hände frei habe. Zunächst schaute ich mich ein ganz klein wenig auf der Insel um – Der Wind war wirklich heavy und so war es kein wunder, dass sich mein Schirm in die andere Richtung umknickt, und das mehrfach. Fazit: Keinen Schirm mehr in Irland benutzen sondern Regencapes! Froh war ich über meine Dreiviertel-Hose, die beste Wahl für Irland und dieses Wetter, wie ich ja bereits öfters festgestellt habe. Die Schuhe waren zwar pitschnass, aber bei den langen Jeans hätte sich das Wasser von den Fersen bis zu den Oberschenkel gesogen… Dann hätte ich richtig gefroren. Wie abgesprochen, nahm der Regen ab und ich schloss meinen Schirm und packte die Kamera in meine Tasche und lief zurück ganz langsam über die Brücke, diesmal mit dem Blick nach links, rechts, oben und unten. Auch wenn das 3,36 Pfund für Studenten (dürfte 5 bis 6 Euro sein) gekostet hat, war es eine interessante Erfahrung, mit tollem Ausblick – eventuell besser bei Sonnenschein – aber trotzdem wunderbar.

Dann lief ich zurück zum Auto und als wir wieder losfuhren, fing es erneut richtig an zu schütten und sah nicht so aus, als ob es so bald wieder aufhören würde. Trotzdem fuhren wir noch zum Giant’s Causeway und es war nicht besser. Anne blieb also im Auto, sie war ja schon mal da. Ich schnappte meinen etwas angeknacksten Schirm und stiefelte los, wechselte noch schnell Geld im Laden, um den Bus nach unten zu nehmen. Nie nie nie hätte ich den Bus genommen, wenn schönes Wetter gewesen wäre. Es ist ein ganz schönes Stück bergab und auf dem Rückweg berghoch, allerdings lohnt sich das Laufen meiner Meinung nach. Doch bei so starkem Regen war mir der Bus doch lieber. Also nach unten und dort raus. Doch es war soooo extrem windig, dass mein Schirm an zwei Querstreben ganz zerbrach und der Regen verschmierte die Linse der Kamera. Der Giant’s Causeway ist ganz nett. Ja, mehr auch nicht. Mehr beeindruckt haben mich die Kllippen auf Inis Mor. Doch natürlich sollte man bei einem Irlandbesuch mal da gewesen sein…. Einfach Interesse halber. Allerdings ist es bei Regen gar nicht so ungefährlich. Ich wäre fast gestürzt. Da ich in der einen Hand den Schirm hatte, meine Haare sonst wo flogen, es relativ dunkel war und der Regen überall peitschte, war es überhaupt nicht so einfach, einen Weg zu finden, um darauf zu laufen. Als ich gerade ganz vorn war, fuhr der Bus auf einmal los und ich fluchte nur vor mich hin, was der sich erlaubt, weil ich verstanden hatte, dass er der letzte Bus nach oben ist… Und er hatte gemeint, 10 vor 6 wäre der letzte. Als er losfuhr war es erst 17.40 Uhr. Genervt, durchnässt und wütend stapfte ich zurück, da kam er ja tatsächlich nochmal nach unten. Er nahm mich wieder ein Stück zurück mit und ich blieb im Bus sitzen, weil mir draußen einfach mal so arschkalt und mein Schirm sowieso kaputt war.  Zurück oben kaufte ich noch Postkarten und ging zurück zum Auto – Der Regen hatte wieder etwas nachgelassen!
Als wir ein Stück weiter gefahren waren, hörte es tatsächlich auf mit regnen und klarte sogar ein wenig auf!!! Unglaublich dieses irische Wetter!!!
Weil so schönes Wetter war und Anne auf dem Weg nach Portrush so ein Schild entdeckte, auf dem „White Rocks“ stand und das Zeichen für Beach zu sehen war, bogen wir dort noch ab…. Und entdeckten einen wunderschönen kleinen Strand. „White Rocks“ heißt er – logisch – weil dort weiße Steinbrocken rumliegen. Anne hatte den Strand auch noch nie gesehen und wir waren beide begeistert. It was so tiny and beautiful! Wir stellten uns vor, wie schön es wohl im Sommer hier sein müsste, wenn die Sonne richtig scheint und es warm ist. Dann beobachteten wir noch einen Mann mit seiner Tochter, wie sie surfen gingen.

Auf dem Rückweg nach Belfast hatten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang im Rücken. Im Hotel checkten wir ein, ich duschte erstmal richtig warm und machte mich fertig, um nach unten zu gehen. Allerdings war es dann schon halb 10 und ich sehr müde und ich entschied mich dann doch, ins Bett zu gehen.

1 Kommentar

  1. Opa + Oma sagte,

    September 13, 2008 um 4:50

    Hi Anja, ganz schön mutig aber bestanden. Viele Grüße und eine schöne Rückreise. Bis morgen, Ciao
    O+O


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