Zusammenfassung I: Gedicht

Ich bin nicht sicher,
was ich dir sagen soll
über Dublin;
ich würde dir ja doch nur
eine Geschichte über mich selbst erzählen:

Es wäre eine Reportage
über mich mit leuchtenden Augen
durch die Straßen laufend,
auf denen der Verkehr andersherum trottet,
ich am Ufer der Liffey,
wie ich die Lichter betrachte,
die sich im Fluss spiegeln,
ich am Bahnhof,
wie ich fasziniert
die gälischen Ansagen zu verstehen suche,
ich auf dem Rad in Richtung Meer
und immer mehr Zuversicht atmend,
ich – einschlafend – die Stille
mit Genuss aufsaugend;

Ich, wie ich am Morgen strahlend aufspringe
und wieder aufs Wasser hinausblicke,
wie ich mich mutig in Aufgaben stürze
und vergnügt der Stadt zeige:

Ich bin hier

und wie ich erstaunt feststelle,
dass nur das zählt;

Wie ich die Menschen
schätzen lerne
und wie ich ihnen
um den Hals fallen will,
um nur ein kleines bisschen Freude
mit ihnen zu teilen;
Und wie Dankbarkeit mich ausfüllt,
die ich nicht anders ausdrücken kann
als mit meinen ehrlichsten Tränen;
Und wie ich dort
in der Fremde,
die mein zu Hause ist,
letztendlich in mir selbst rasten kann.

The North II – Belfast

Belfast – Die geteilte Stadt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel mache ich mich auf in die Stadt, zuerst zum Tourist-Office, frage nach einer Barclays Bank (bei der ich ohne Gebühren Geld abheben kann – brauche ja Pounds Sterling) und kaufe ein Ticket für eine Bustour für 8 Pfund (Studententarif), begebe mich zur Bank und direkt davor starten die Busse. Ich setze mich also in einen oben aufs offene Deck. Die Stadtrundfahrt führt uns zunächst ans Wasser – kalt und windig, zum Glück habe ich meinen Schal mit und noch meinen Anorak. Wir sehen den Odyssee-Komplex (Discos, Restaurants, riesige Konzerthalle), die Werften und Kräne, und natürlich das riesige Trockendock.

Danach fahren wir noch weiter nach draußen, am George-Best-Belfast-International-Airport vorbei (George Best ist ein bekannter Fußballspieler, der an seinem Alkoholkonsum gestorben ist), zu den Parliament Buildings. Die Kontrolle am Anfang erscheint mir wie eine Farce, denn der Mensch kommt bloß kurz hochgesprungen und ist schon fast wieder weg, ehe ich meine Kamera bereit habe. Wenn sich in dem Bus tatsächlich irgendwas gefährliches befunden hätte, hätte er das vermutlich nicht gesehen.

Das Parlamentsgebäude sieht hübsch aus, gerade bei Sonnenschein, der Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge ist ebenfalls sehr nett anzusehen. Auffallend ist eigentlich nur, dass es so weit außerhalb der Stadt liegt und auf der gegenüberliegenden Seite der Troubled Quarters. So waren sie doppelt gesichert.
EIne kleine Statue gibt es auch und ich meine verstanden zu haben, dass es symbolisch dafür stehen soll, was die Abgeordneten im Parlamentsgebäude machen (sollen) – drücken und küssen….. mmmmh…..
Eine weitere Statue zeigt Mr. Carson, der sich für die Teilung in einen irischen Freistaat und ein bei Großbritannien verbleibendes Nordirland aussprach.

Wir fahren wieder in die Stadt und sehen noch einige Gebäude wie das Gericht, den George’s Market, die Anne Cathedral, die in einem Literatenviertel liegt – Ich nehme mir also vor, hier später nochmal vorbeizuschauen. Auf der Shankill-Road steige ich zum ersten Mal aus. Shankill ist das protestantische Viertel von Belfast… Und – kein Wunder – zuhauf britische Flaggen…… Überall….. Und dann noch die Murals, Wandbilder ….. Und die Gedenkstätten, deren Gedenktexte gänzlich unneutral sind…. Ich laufe die Straße entlang und übersehe einen Busstop, laufe zu weit, laufe wieder zurück, bekomme gerade so noch einen Bus…. Wir fahren nur ein paar Meter weiter und sind bereits im katholischen Viertel Falls angekommen… Die beiden Viertel liegen direkt nebeneinander…. Es gibt große Stahltore, die ab 17 Uhr sowie am Wochenende geschlossen werden. (Ich dachte zuerst, ich hätte es falsch verstanden, habe Anne aber abends nochmal gefragt und sie hat das bestätigt. Zudem erzählt sie mir noch, dass sobald ein Marsch genehmigt wird oder die Befürchtung besteht, es könnte etwas passieren, dass dann alle Geschäfte zumachen, überall in der Stadt auch direkt im Zentrum und auch die großen Shops, wirklich alles wird da geschlossen)
Ich steige im katholischen Viertel ebenfalls aus und besuche den Garden of Rememberance, in welchem alles wie gewohnt in Irland auf englisch und auf gälisch geschrieben ist. Das ist das einzige Auffällige in diesem Viertel: Wieder gälische Begriffe. Ich schaue mir die International Wall an und fühle mich ein wenig an Berlin erinnert…….. Ich laufe die Fallsroad wieder nach oben und gehe ins Centre Culturalann, was eine Touristeninfo ist und finde dort eine schöne Karte mit den Murals darauf und eine Karte mit einem Heritage Trail für West-Belfast…… Dann gehe ich zurück an die Bushaltestelle und warte und warte und warte und warte…… angefangen zu warten habe ich 13.05 Uhr……. da war ich bereits hungrig und durstig und wollte zurück ins Zentrum zum Essen……..

14.15 Uhr bewegte sich dann im Schneckentempo eine Prozession die Straße entlang, eine Beerdigung und die Menschen liefen hinter dem in einem Auto aufgebahrten Sarg her. Und hinter der riesigen Verkehrsschlange steckte auch mein Bus fest. (Anne erzählt mir abends, dass auch sie um dieselbe Zeit im Verkehr feststeckte.) Wahrscheinlich sind die durch die gesamte Stadt gezogen *brummel* Ich war echt sauer…. Und weil ich so sauer war, bin ich erstmal in ein Kaffee, habe heiße Schokolade getrunken und einen Scone gegessen und bin dann etwas rumgelaufen, zuerst zu den sogenannten „Entries“, ganz kleine Gässchen zwischen Ann- und High Street, dann zum Smithfield Market, weil ich mir in dem Musikstore, der sich als Experte für irische Musik auf einem Flyer ausweist, erhoffte, eine CD mit Songs in irischer Sprache zu finden. Natürlich hatten sie das nicht.
Dann bin ich durch den Castle Court gelaufen, eine riesige Shopping Mall und habe in einem Laden Postkarten und ein Hugmeez gekauft. (Was ist ein Hugmeez? – Raten erwünscht :-) )
Und ich habe im Castle Court einen Brezel-Stand gefunden….  jaaaa Pretzeln!!! (Aweful: Rosinen-Zuckerglasur-Pretzeln, Raspberry-Pretzeln, …. und dergleichen Geschmacksverirrungen mehr; Lecker: normale Pretzel – aber längst nicht der Geschmack wie deutsche Bäckereien ihn hinkriegen; und ein Pretzel-Dog (Wurst in Pretzelteig))

Mit dem Essen bin ich nach draußen und habe mich hingesetzt und einem Straßenmusikanten zugehört, welchem ich dann auch mein Wechselgeld aus der Hosentasche gab…
Dann lief ich noch zur Ann Cathedral, die bei Sonne wunderschön aussah und las mir auch den Text auf den Hinweistafeln durch…. Zudem habe ich das Haus des Belfast-Telegraph gesehen, als Medienmenschin muss man das fotografieren! Und auch das Haus des „Newsletter“ – ebenfalls eine Tageszeitung.

Dann lief ich zum Postoffice um noch eine Briefmarke zu kaufen, schreibselte noch schnell eine Postkarte und begab mich dann zurück zum Hotel. Dabei fiel mir auf der gegenüberliegenden Seite ein Mural (Wandmalerei) auf, was ungefähr lautete „You are now entering South Belfast…“ …. Das erinnert mich doch sehr stark an „You are now entering the American Sector“ (von der ehemaligen Sektorgrenze in Berlin)….

Nachdem Anne von ihrem Laufen zurückwar und geduscht hatte, machten wir uns dann fertig, weil wir noch etwas essen gehen wollten. Aber zuerst auf das Wheel, ein Riesenrad direkt neben der City Hall. Ein wunderschöner Ausblick and even better als am Tag!!!!! Ich habe Belfast sowieso alls schöner empfunden bei Nacht als am Tag…. Die ganzen Lichter und alles….. War wirklich toll anzuschauen und dann auch noch von oben! Zudem hatten wir Hintergrundmusik, weil ein Orchester vor der City Hall für ein Konzert heute geübt hat.

Nach dem Riesenrad sind wir weiter gelaufen und waren noch in einem neuen Shoppingcentre, was blau leuchtet und in dem man auch einen schönen Blick über die Stadt hat, wenn man nach ganz oben geht. Heißt Victoria Centre oder sowas in der Art und ist in der Nähe der Waterfront. Der Ausblick ist nicht ganz so schön wie der vom Riesenrad, aber dafür kostenlos ^^

Gefreut habe ich mich, dass ich den Fisch noch gesehen habe und fotografieren konnte, denn ich hatte mir eine Postkarte gekauft und gelesen, dass er von einem Künstler gemacht wurde mit Zitaten aus der Literatur und Fotos von Schriftstellern und Politikern u.ä., um das Verständnis zu fördern. Dann ging es über das Wehr (Weir), was auch gleichzeitig eine Fußgängerbrücke ist, auf die andere Seite. Auf der Brücke hat man auch noch einmal einen schönen Blick auf die erleuchtete Stadt.

Der kleine Fußmarsch hat sich definitiv gelohnt! Und vor allem war ich hungrig geworden.

Dann liefen wir zum Odyssee-Komplex und begaben uns ins La Tasca, eine Tapasbar. Wir wollten ja noch so ein kleines gemeinsames Abschiedsessen haben. Und was für ein Mahl das war!!!! Sehr lecker, aber soooooooo viel. Dazu gab es Sangria….. Ach war das alles herrlich.
In der Konzerthalle nebenan gab Nickelback ein Konzert und wir konnten von unserem Platz dann beobachten, wie die ganzen Menschenmassen nach draußen strömten und guckten den Leuten von oben zu ^^ Sehr witzig :D

Abends im Bett denke ich noch ein wenig nach…. Die beiden Troubled Quarters hatten auf mich keine bedrückende Wirkung… Sie erschienen so normal….. Leute, die shoppen gehen und auch junge Menschen, die einfach nur die Straße entlang laufen (merkwürdig war in Falls, dass mir dort sehr viele kleinere Grüppchen von Jungs begegnet sind…..)….. Natürlich hatten die Fahnen, die Tore, die Murals, die Gedenkplätze einen traurigen Beigeschmack…. Das ging mir aber auch in Berlin so, wenn man da die Mauerreste betrachtet…… Ich weiß nicht so richtig, was ich von Belfast halten soll….. Beim Aussteigen aus dem Bus in Shankill witzelt der Busfahrer beispielsweise „Ach übrigens, unter dem Sitz da liegen kugelsichere Westen…“ …. Und das Schließen der Tore sowie der Shops ist schon ein Zeichen dafür, dass etwas in der Stadt nicht so ganz in Ordnung ist…..

 13.09.
Morgens fahren wir noch schnell zum George’s Market, wo ich dutzend verschiedene Curry-Saucen bei einem Stand finde…. Es ist alles organisch/Fair Trade/Home made u.ä. … und es sind tausende Sachen dabei von Schmuck über Gläser und eben ganz viel Essen……. Nebenbei läuft Musik …. Ein sehr schöner Markt. WIr bleiben allerdings nicht lang, weil wir ja zurück nach Dublin wollen…..

I was sad to leave it all behind me….

Farewell – Abschied – Tränen

Tagesablauf:
1. Verabschiedung von John
2. Busfahrt + Vorbereitung Abschlussgespräch
3. Ankunft in Kammer gegen 10.50 Uhr
4. Aufräumen meines Schreibtischs + Sortieren von alten Unterlagen
5. Desktop aufräumen
6. Abschlussgespräch mit Holger (12.30 Uhr)
7. Letztes Mal Essen bei Beshoffs (Fish+Chips) – gegen 13.45 Uhr
8. Dublin Writers Museum
9. Einkaufen für abends (Trinken)
10. Farewell-“Dinner“ in der Chamber (ab 17.30 Uhr)
11. Pub (ab 19.00 Uhr)

John (Fitness Centre) + me:

Holger + me:

Katrin + Peter (+ Patrick):

Verena:

Valentia Island – Constantin, Rollenspiel, Meeeer und nächtliche Rätsel

Meinen letzten freien Urlaubstag habe ich für ein verlängertes Wochenende auf Valentia Island im Südwesten Irlands genutzt. Constantin macht dort zurzeit mit Leuten von seinem Rollenspielverein Urlaub und hatte mich freundlicherweise eingeladen. Zwar musste ich anderthalb Stunden auf ihn am Bahnhof in Killarney warten – aber es ist auch eine ganz schöne Strecke von Valentia Island nach Killarney.

Im Haus auf der Insel angekommen, gab es erst einmal eine kleine Vorstellungsrunde und dann wurde ich gleich gefragt, ob ich abends nicht mitspielen möchte (Rollenspiel), bzw. ich wurde ja fast gezwungen *zwinker* Bekanntlich bin ich ja nicht so begeistert, wenn es um schauspielen oder dergleichen geht und ich habe mir wohl ähnliches unter Rollenspiel vorgestellt.

Wir haben dann ein wenig Film geschaut, bzw. Serie (Firefly) und dann gab es erstmal Essen (Chili con Carne, lecker :-) ) Und danach ging es los mit Spielen. Wir sollten zuerst unsere Charaktere beschreiben, ich war Siobhán, eine Seefrau (weibliche Form von Seemann) oder Freibeuterin oder Piratin oder wie auch immer…. Es stellte sich heraus, dass Rollenspiel nicht wirklich etwas mit Schauspiel zu tun hat… Wir haben nur gewürfelt und es war viel „kämpfen“ dabei (z.B. Schlägerei in Kneipe, Abwehr eines Angriffs von Piraten, …) Ich bin relativ zeitig ins Bett (war auch schon 12 oder so), da ich von der Woche extrem müde war.

Den Samstag sind wir auf der Insel herumgefahren und haben uns verschiedene Punkte angeschaut. Wunderbar… Wundervoll… Wunderschön…. Absolutely class… Das Wetter war schön (bis auf etwas sehr viel Wind), aber das Meeeeer……. ach…. *mit strahlenden Augen schwärm*

Zuerst waren wir an einem alten versteinerten Abdruck eines Tetrapods (Dinosaurier), dann sind wir zum Leuchtturm gefahren, in dessen Nähe wir auf den Felsen herumgekletter sind (toll, toll, toll!!!), weiter ging es zu einer Höhle (Grotto), die man aber nur nach Anmeldung und mit Helm betreten darf, weiter ging es auf einen Berg (forgot the name), von dem wir eine tolle Aussicht hatten (seht selbst @ Fotos), und auch die Schafe waren offenbar ganz angetan :-)

Auf dem Weg nach unten haben wir noch an einem Parkplatz gehalten, von wo aus wir zu den Fogher-Klippen gelaufen sind – natürlich nichts gegen die Klippen auf Inis Mor! ;-) Dann sind wir von der Insel runtergefahren und auf der anderen Seite den Skellig Ring entlanggefahren…. Wunderbare Aussicht, aber dort oben war es dann noch windiger, was ihr auch an den Videos sehen/hören dürftet. Zurück ging es über Casiveen, wo wir noch einkaufen waren und dann zum Haus.

Da gab es erstmal Essen (Würstchen, Omlette, Toast, das Chili vom Vortag) und dann ging wieder das Spielen los… Zuerst hatten wir mit einem Sturm zu kämpfen (wir befinden uns ja auf einem Schiff auf hoher See) und dann sind wir zu unserer Schatzinsel gekommen und mussten Nachtwache halten…. Da ich vom Tag sehr müde war, hatte ich keine Lust mehr, als wieder das Kämpfen (gegen Eingeborene) losgehen sollte und bin in den anderen Raum… Und eigentlich wollte ich nicht wirklich mehr lang aufbleiben…. Doch dann….

Als die anderen dann von drüben kamen, haben wir bisschen Musik gemacht (also Janosch + Ött haben Gitarre gespielt und wir bisschen mitgesungen und Constantin hat zwischendurch vom Laptop Musik gespielt) ….

Irgendwann sind Constantin und Gerd ins Bett und ich saß mit Janosch, Ött und Richard immer noch da…. da war es schon nach 1…. WIr haben uns unterhalten, die anderen haben versucht mir zu erklären, dass ich einen ganz falschen Eindruck vom Rollenspiel bekommen hätte, da das mit dem Würfeln nur mal so für „Zwischendurch“ ist und tatsächliches Rollenspiel mit selbstständigen Entscheidungen und Gruppendynamik und Rätsel lösen zu tun hat… Mag sein, habe ich geantwortet, trotzdem ist es nicht gerade mein Talent mir schnell irgendwas auszudenken und es anderen zu beschreiben…. ich brauche Zeit, um zu überlegen, ich schreibe meine Vorstellungen lieber auf und erzähle Geschichten schriftlich, nicht in einer großen Gruppe mündlich…. Eine Rollenspielerin wird wohl nie aus mir….
Irgendwann (halb 5) wollte ich eigentlich wirklich ins Bett gehen, als Ött mit einem Rätsel anfängt…. Es gibt eine Ausgangssituation (Jemand ist tot, ein paar weitere Hinweise) und dann muss man mithilfe von Entscheidungsfragen an den „Erzähler“ herausfinden, wie die Person gestorben ist und ähnliches…. Und das war wirklich richtig cool.. da kann ich ja nicht einfach gehen, ist ja auch eine Herausforderung….. Um 6 ging es dann aber wirklich gar nicht mehr und ich bin schlafen gegangen….. in Zimmer 8! ^^ (Insider)

Gegen halb 2 mittags bin ich aufgewacht, aufgestanden und habe gefrühstückt…. Constantin meinte später, er hätte mich morgens versucht durch Klopfen zu wecken, ich wäre aber einfach nicht wach zu kriegen gewesen….. Nach dem Frühstück habe ich gepackt, Postkarten geschrieben, eine halbe Stunde Hurling geguckt und dann mussten wir auch schon losfahren…. 17.50 Uhr ging mein Zug, ich war 23 Uhr zuhause und bin sofort ins Bett…..

 

 

Morgen ist unser Wein-Event.
Mittwoch habe ich Abschlussgespräch mit Holger, werde mir noch ein oder zwei Museen in Dublin anschauen, abends mach ich meinen kleinen Abschied.
Donnerstag fahre ich mit Anne nach Belfast, return: Saturday.
Dann packe ich.
Und Sonntagmorgen komme ich wieder nach Deutschland. Nur noch etwas mehr als 5 Tage.

Waterford

Gestern habe ich ja Urlaub genommen und war in Waterford. Leider habe ich den Großteil des Tages nur in Öffentlichen Verkehrsmitteln zugebracht. Der Zug braucht tatsächlich 2einhalb Stunden bist dahin, obwohl es – meiner Meinung nach – ja doch etwas näher liegt als Galway…. Der Bus, den ich zurück genommen habe, hat stattliche 4 Stunden gebraucht…….

Waterford wurde mir zuvor gesagt, sei keine schöne Stadt, Industriell geprägt….. Tatsächlich wirkt sie nicht so schön und einladend wie beispielsweise Galway oder das kleine, süße Sligo. Allerdings finde ich nicht, dass die Stadt sooooo hässlich ist. Allerdings habe ich auch nicht sooo vie von ihr gesehen.

Ich bin gleich mit dem Bus an den Stadtrand gefahren zur Waterford Kristall-Manufaktur. Und davon war ich schon beeindruckt. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall, es ist sehr interessant. Und ich wusste vorher auch gar nicht, wo Waterford Crystal überall eingesetzt wird, beispielsweise bei den Trophäen für die Formel1-Fahrer! Der Ball den ihr auf Bild + Video seht, ist der Millenium Ball der so am Times Square in New York zu Sylvester zu sehen ist.

Nach dem Manufakturbesuch war ich noch im Reginald’s Tower – nicht soooo spannend, aber ich habe ja meine Heritage Card und so kam ich kostenlos rein. Und ich war in der Christ Church Cathedral Waterford. Sah ganz hübsch aus, aber musste dann schnell zur Bus Station. Dort habe ich dann eine Limousine gesehen, die nach dem Weg fragen musste ^^

Und im Übrigen ist/war dieses Wochenende irgendwie so ein Spiel im Rugby oder irgendwas und deshalb war ganz Waterford in Blau-Weiß, überall hingen tausende Fahnen…..

 

 

PS: Heute fahr ich nach Howth und morgen nach Kilkenny. Erwartet keine Beitrage. Frühestens Montagabend.
PS2: Nur noch 2 Wochen und 1 Tag.

Museumstag in Dublin

Gestern (Sonntag) war ich in Dublin drin, um ein paar Museen zu besuchen. Letztendlich besucht habe ich die „Dublin City Gallery Hugh Lane“, die National Gallery Ireland und das Irish Museum of Modern Art. Letzteres konnte ich allerdings nicht komplett anschauen, weil ich dann einfach zu muede war. Von einem zum anderen gekommen, bin ich mit dem Cultur-Bus, der jeden Sonntag kostenlos ist und an ein paar Stationen haelt u.a. die genannten.
Enttaeuscht war ich von der National Gallery… Da waren zum Grossteil nur alte Bilder, riesige Portraitbilder und alles… roemische Gemaelde… So richtig hat mich davon nichts beeindruckt. Nur ein Bild – welches in einer Gastausstellung ueber Jack Butler Yeats hing – hat mich wirklich beruehrt. Es war das Bild von seinem Bruder William Butler Yeats (dem Schriftsteller aus Sligo). Davon habe ich mir dann ein Lesezeichen gekauft. Der Blick und sein Ausdruck in den Augen, seine Mimik auf dem Bild…. intellektuell, verletzbar, und ein wenig Verzweiflung…

In der Hugh Lane Gallery haben mir einige Bilder gefallen, allerdings gab es nicht zu allen eine Postkarte. Eines ist ein Bild von einem jungen Menschen (weiss nicht genau, ob es ein Maedchen oder ein Junge ist, das erkennt man nicht so richtig), but again der Ausdruck der Augen…. ein Blick in die Zukunft und gleichzeitig in die Vergangenheit, so traurig und melancholisch……
Und dann noch ein etwas aelteres Bild von einer Kutsche, die im Schnee stecken bleibt… Das hat mich an eine Szene in Goethes „Werther“ erinnert… Im uebrigen muss ich den unbedingt nach meiner Rueckkehr nochmal lesen……..

Und im Irish Museum of Modern Art wurde ich dann mit einer Brasilianisch-Deutschen Kuenstlerin konfrontiert: Janaina Tschaepe. Ihre Installationen haben mir nicht so gut gefallen, aber eine Serie von ihr fand ich extrem beeindruckend. Die hiess „100 Little Deaths“ und dabei hat sie ein Maedel immer auf dem Boden liegend an verschiedenen Orten der Welt fotografiert….. Schade, dass es davon keine Postkartenserie gab… ich haette sie mir gekauft… Der Katalog hat mir nicht gefallen….. mmmh….. nunja…. Aber das war wirklich beeindruckend….

Shopping mit Jana und Wochenplan

Gestern war ich in dem großen Dundrum Shopping Centre zusammen mit Jana…. anfangs hab ich ja noch nach Klamotten geschaut, aber wo ich bei H+M die tollen Tshirts anprobiert habe und … naja…. Klamotten kaufen geht erst wieder… später.

Dafür habe ich mir bei Penneys zwei Schlafanzüge geleistet… Die sind sooooo cute *schmail*
Pictures gibt’s nur auf Nachfrage ;-)

Heute Nachmittag haben wir Tag-Rugby-Training. Morgen abend werd ich evtl. ins Fitness-Centre gehen und hoffen, dass John – der Trainer – da ist. Anne meinte nämlich, die Classes sind ausgesetzt, weil Ferienzeit ist und so wenige letztes Mal da waren. Mal schauen. Mittwoch hab ich abends dann Tag-Rugby-Spiel. Donnerstag evtl. wieder Fitness-Centre oder eventuell Literary Pub Crawl mit Jana oder mal zeitig ins Bett gehen, da ich Freitag auch wieder früh raus muss (Frühschicht Rezeption). Und Freitag kommt Jana wahrscheinlich direkt mit zu mir und verbringt das Wochenende bei mir (Strand+Meer, Balbriggan Ardgillan Castle – Rosengarten, …)

Das alles heißt, möglicherweise bin ich erst Sonntagabend wieder online. Nur zu eurer Information.

I do it my way, Mum

I’m back.
Ich bin wieder in Irrland.

Donnerstag war ein ganz normaler Arbeitstag. Meine Muffins sind alle geworden und auch mein Brot, offenbar war beides lecker. Ein wenig Melancholie hat mich erneut ergriffen, wohl aufgrund der Erinnerung an den Aufenthalt in Deutschland. Vermisse euch eben doch.

Auf Arbeit… nunja. Wir haben eine neue Praktikantin (Katrin) und noch eine weitere Praktikantin (Erika), die aber schon älter ist und nur hier ist durch ihren Mann (der bei einer IHK wohl Geschäftsführer ist oder so). An der Rezeption gibt es genügend zu tun. Und da Holger Urlaub hat (er kommt Mittwoch wieder), hatte er mir Donnerstag wieder viele Aufgaben gegeben. Viel zu viel.
Aber: I do it my way!

Ich habe beim Auspacken zwischen den kopierten Rezepten eine Karte von meiner Mum gefunden, auf der folgendes steht:

Wege

fordern Bewegung,
machen uns Beine,
sind ausgetreten
oder neu.

Sie führen uns zu
vertrauten Plätzen
oder ins Ungewisse,
sie machen Hoffnung,
bergen Spannung.

Wege verzweigen sich
in Auswege, Umwege,
Irrwege, gerade oder
verschlungene Wege.

Am Ziel jedoch solltest
du sagen können:

I did it my way!

 

Freitagabend waren wir dann noch im Pub gemeinsam und wir haben Michaels Freundin kennengelernt. Abends bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren und da waren noch zwei Polen, die auch mit dem Fahrrad da waren und die wurden gerade von einem Bekannten abgeholt mit einem Transporter. Und da haben sie mich gefragt, ob ich auch in Rush wohne und da sagte ich: ja. Und die Frau bot mir an, dass sie mich mitnehmen. Also mein Fahrrad hinten drauf gepackt und uns zusammen vorn reingequetscht. Sie sagten, sie sind aus Polen. Dann haben sie gefragt, wo ich herkomme. Und ich sagte „I’m German. I’m sorry.“ Ich frage mich und grüble bis jetzt, warum ich diese Entschuldigung angefügt habe. In dem Moment wohl, weil alle drei Polen waren und ich eben nicht. Trotzdem verwirrt mich mein „Sorry“ sehr. Ich muss mich nicht für meine Nationalität entschuldigen. Schließlich fühle ich mich in Deutschland zu Hause und wohl, das ist meine Heimat, dort liegen meine Wurzeln, meine Herkunft.
Die beiden Männer konnten nicht so gut English, ich habe sie schwer verstanden, sie haben sich dann auch auf Polnisch unterhalten. Ich habe die Frau dann gefragt, was sie macht. Sie ist erst seit einem Monat in irland und studiert English und Französisch. Sie meinte mit einem Schmunzeln, das sei eine Horror-Kombination. Sie haben mich dann direkt in Rush vorm Post Office rausgelassen und ich musste nur noch die Skerries Road entlang radeln. Es war relativ warm und ich konnte das Meer ganz laut rauschen hören. Sogar noch als ich zuhause war und mein Zimmerfenster vor dem Schlafen gehen geöffnet habe. Es ist wunderbar die Wellen beim Einschlafen zu hören!

Heute habe ich ein bisschen recherchiert, wo ich noch überall hinfahren möchte in Irland, war wieder am Meer (siehe Fotos unten) und gerade eben hab ich meinen Rückflug gebucht:
14. September, Start: 6.40 Uhr in Dublin; Landung: 9.50 Uhr Berlin Schönefeld; Aer Lingus

Dies und das, mal wieder, und so und so…

Juhuuuu, Deutschland hat gewonnen!!!
Aber so richtig überzeugend haben die nicht gespielt. Gomez hätten wir hier alle erschießen können. Und von den ersten Torchancen hätte doch wirklich MINDESTENS eine reingehen müssen. Wenn wir so am Donnerstag gegen PORTUGAL spielen, na dann gute Nacht. Die hatten ja gegen die Schweiz sieben Top-Leute auf der Bank – alle also ausgeruht. Wenn wir uns nicht wieder zu unserer alten Form steigern, dann haben wir am Donnerstag echt keine Chance. Aber trotzdem Daumendrücken, mitfiebern in Trikot und mit Flagge :)

Morgen haben wir wieder Tag-Rugby-Match und danach gehen wir zusammen essen. Ralf (unser CEO / Chef) hat uns eingeladen.

Donnerstag, wie ich bereits sagte, Fußball gucken und Freitag dann Midsummer Ball. Oh mann, keine Ahnung wie das wird, werde morgen mal mit Emer reden. Müssen den ganzen Tag arbeiten, ich sitze bis 17 Uhr an der Rezeption, 18 Uhr sollen wir im Hotel sein (bereits fertig angezogen!!!), keine Ahnung, wie ich meine Haare „schick machen“ soll…. und ob überhaupt noch ein Kleid bis dahin ankommt? Und wenn nicht, in dem Blauen ist das ok??? ich bin mir so unsicher geworden und Schuhe hab ich zum Blauen Kleid auch nicht….. och mann, ich bin so froh, wenn die Woche vorbei ist…..

Und meine Liebsten: Es sind NUR NOCH etwas mehr als ACHT TAGE, dann KOMME ICH NACH DEUTSCHLAND.

Fühlt euch gedrückt! See you later, guys!

PS: Gestern war Bloomsday. Ich habe weder dafür Urlaub genommen, noch habe ich die Ulysses fertig gelesen…. sehr sehr schade, obwohl ich doch so Literaturbegeistert bin :(
Dafür hatte ich gestern abend im Zug nach Hause eine tolle Unterhaltung über James Joyce, mit einem älteren Ehepaar, der Schwester von der Frau und einem Deutschen, der in paddystown lebt…. sehr amüsant, sehr interessant :) That’s Ireland *gg*

Endlich: Leopold Bloom

Heute war wieder ein freier Tag (Bank Holiday) und es war wieder wunderbares Wetter. Zunächst bin ich nach Rush reingelaufen (am Strand entlang, barfuß direkt am Wasser, dort wo die Wellen ganz seicht an Land sprudeln); ich wollte Sonnencreme und After-Sun-Lotion kaufen, weil mein Sonnenbrand sehr schlimm ist. Und stellt euch vor, die Preise *augen verdreh* also… das kann kein Mensch verstehen. Sonnencreme (200ml): 17,99 Euro und After Sun Spray (gab nix anderes; 200ml): 19,99 Euro. Krank, sehr krank….

Und als ich wieder zuhause war, habe ich dann gelesen. Die Ulysses von James Joyce endlich mal weiter gelesen. Aber es war echt so schwer und anfangs kommt ewig nix zu der Person, um die es eigentlich geht; doch heute habe ich mich endlich mal zusammengerissen und weiter gelesen und endlich kam auch Leopold Bloom ins Spiel. Zusammen mit seiner Molly :) … und gleich die erste Szene fand ich total sweet. sie lag noch im Bett und hat sich immer seufzend umgedreht und er hat in der Zwischenzeit Frühstück geholt….. *läschel* (mmmh, irgendwie erinnert mich das an Szenen aus meinem Leben ^^)

Trotzdem ist es extrem schwer zu lesen, auf English und es ist keine leichte Kost. Ich verstehe so vieles nicht. Ich glaube, da sind zwischendrin Gedankengänge, aber ich kann es gar nicht so richtig von der Handlung unterscheiden. Echt nicht einfach :( Aber ich werde mich durchkämpfen, bis 16.6. muss ich fertig sein, da ist Bloomsday….. mmmh…..

Und dann habe ich heute endlich mal den Gedichtband zu Ende gelesen, den ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen hatte, „Conamara Blues“ von John O’Donohue. Und da gibt es ein Gedicht, was ich echt wunderschön finde… traumhaft…..

Nest
For J

 

I awaken

To find your head
Loaded with sleep,
Branching my chest.

Feel the streams
Of your breathing
Dream through my heart.

From the new day,
Light glimpses
The nape of your neck.

Tender is the weight
Of your sleeping thought

And all the worlds
That will come back

When you raise your head
And look.

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